Grundwissen zu mechanischen Uhren
Viele der Uhren, die man heute sieht, enthalten elektronische Komponenten wie eine Batterie und Schaltkreise.
Diese Uhren sind elektrisch angetrieben und werden als Quarzuhren bezeichnet. Es gibt aber auch Uhren,
sogenannte mechanische Uhren, die keine einzige elektronische Komponente enthalten und vollständig mechanisch
angetrieben werden.
Diese Seite vermittelt einen Überblick über die Besonderheiten mechanischer Uhren und einige Tipps, wie Sie
deren Lebensdauer maximieren können.
Features von mechanischen Uhren
[Feature 1] Geschichtliches zu mechanischen Uhren
Das anfängliche Modell einer mechanischen Uhr entstand bereits im 13. Jahrhundert, wobei eine Vielzahl von
Uhrmachern verschiedene Mechanismen entwickelten, bevor sie ihre heutige Form annahm. Einer der
bemerkenswerten Aspekte mechanischer Uhren ist die Handwerkskunst, die in jedem einzelnen Mechanismus
steckt.
Eine weitere bemerkenswerte Eigenschaft ist, dass eine mechanische Uhr bei richtiger Pflege sehr langlebig
ist, da fast alle Bauteile aus Metall gefertigt sind. Bei sorgfältigem Gebrauch kann sie sogar von
Generation zu Generation weitergegeben werden.
Dank ihrer Langlebigkeit und der Verschmelzung von elegantem Design mit ausgefeilter Technologie gehen
einige mechanische Uhren über die reine Zweckmäßigkeit hinaus und verkörpern einen künstlerischen oder
kulturellen Wert.
Manche Gestaltungen geben den Blick auf das Innenleben frei, das sogenannte „Uhrwerk“, so dass Sie die Handwerkskunst, die in Details wie den exquisiten dekorativen Elementen steckt, sehen und bewundern können.
[Feature 2] Präzisionsmechanismen, die den Lauf der Zeit verfolgen
Mechanische Uhren arbeiten mit hochpräzisen Zahnrädern und Federn. Die eigentliche Antriebskraft liefert eine als „Hauptfeder“ bezeichnete Feder. Einmal aufgezogen, entspannt sich die Hauptfeder in einem festen Rhythmus und bewegt dabei die inneren Zahnräder, mit denen die Zeit gemessen wird. Das Zusammenspiel dieser von der Kraft der Hauptfeder bewegten Präzisionskomponenten gibt nicht nur die Zeit an, sondern weckt auch ein gewisses Erstaunen, wenn man den Fluss der Zeit wahrnimmt.
Hauptfeder
Mechanische Uhren nutzen den gleichen Mechanismus wie Rückzugspielzeugautos. Bei Rückzugspielzeugautos entspannt sich die aufgezogene Hauptfeder schnell wieder und das Spielzeug stoppt. Eine mechanische Uhr dagegen läuft nach vollständigem Aufziehen der Hauptfeder noch circa 40 Stunden oder länger.
Aufgezogen
Entspannt
[Feature 3] Bewegungen und Geräusche, die die Zeit markieren
Mechanische Uhren besitzen spezielle Komponenten, die als „Ankergabel“ und „Unruh“ bezeichnet werden und zur Zeitmessung verwendet werden. Die Ankergabel erzeugt bei der Bewegung ein tickendes Geräusch, während die Unruh nach links und rechts um ihre Mittelachse schwingt. Die Präzision dieses Uhrwerks und das spezielle Geräusch, das es erzeugt, sind ein Genuss für sowohl das Auge als auch das Ohr.
Ankergabel
Unruh
Uhren, die als „Uhr mit Selbstaufzug“ oder „Automatikuhr“ bezeichnet werden, nutzen die Armbewegungen des Trägers, um die Hauptfeder aufzuziehen. Die Bewegung des „Gewichts“, das zum Aufziehen der Hauptfeder verwendet wird, kann zusammen mit den Bewegungen der Ankergabel und der Unruh ebenfalls sehr schön anzusehen sein.
Für sogenannten „Handaufzug“ ausgelegte Uhren besitzen kein solches Gewicht und ihre Hauptfeder muss von Hand aufgezogen werden. Solche Uhren bieten dem Benutzer einen vortrefflichen Blick auf die sich bewegende Ankergabel und Unruh sowie auf die exzellent gefertigten Zahnräder und anderen Komponenten.
Bei manchen Modellen sind die Schwingungen der Unruh durch das Zifferblatt selbst sichtbar.
Tipps zur Benutzung mechanischer Uhren
[Tipp 1] Die durchschnittliche Abweichung der Genauigkeit kontrollieren
Die Genauigkeit einer mechanischen Uhr hängt von Faktoren wie der Aufzugstärke der Hauptfeder, der Position der Uhr und der Umgebungstemperatur ab. Daher kann es sein, dass die Produktspezifikationen auch keine Angaben zur Prüfung der täglichen Gangabweichung enthalten. Als Benutzer brauchen Sie nicht die „tägliche Abweichung“ zu kontrollieren, also wie sehr die Genauigkeit der Uhr an einem einzelnen Tag abweicht. Sie können einfach die durchschnittliche Genauigkeitsabweichung über den Zeitraum von einer Woche bis zu 10 Tagen prüfen.
Wenn Sie eine Uhr am Handgelenk tragen oder sie auf einen Tisch oder Schreibtisch legen, variiert die Genauigkeit der Uhr je nach ihrer Ausrichtung. Der Genauigkeitsfehler kann jedoch minimiert werden, indem man die Hauptfeder straff aufgezogen hält.
Geht tendenziell nach
Geht tendenziell vor
* Das Obige ist nur ein Beispiel dafür, wie Uhren zum Vor- oder Nachgehen neigen. Die Abweichungstendenz der Genauigkeit ist je nach Modell und sogar von Uhr zu Uhr unterschiedlich.
[Tipp 2] Die Hauptfeder langsam aufziehen
Aufgrund der hohen Präzision, mit der die Zahnräder einer mechanischen Uhr ineinandergreifen, kann zu kräftiges Drehen der Krone beim Aufziehen der Hauptfeder zu übermäßigem Verschleiß und sogar Schäden an den Bestandteilen der Uhr führen. Drehen Sie die Krone langsam und behutsam, um solche Beschädigungen zu vermeiden. Wenn eine Uhr mit Selbstaufzug stehen geblieben ist, sollten Sie die Krone 10- bis 20-mal drehen, bevor Sie die Uhr anlegen und zum Aufziehen der Hauptfeder den Arm bewegen.
Drehen Sie die Krone langsam und behutsam
(etwa 1 – 2 volle Umdrehungen pro Sekunde).
Sobald die Hauptfeder gut aufgezogen ist, legen Sie die Uhr ans Handgelenk an.
Schreibtischarbeit
Halten eines Schirms
Beachten Sie, dass Sie die Uhr fallen lassen könnten und möglicherweise Innenteile beschädigt werden, wenn Sie versuchen, die Hauptfeder auf die unten gezeigten Weisen aufzuziehen.
Die Uhr mit der Hand halten und schütteln
Die Uhr gegen die Handfläche klopfen
[Tipp 3] Strenge Umgebungsbedingungen vermeiden
Orte, die für Menschen angenehm sind, sind auch für Uhren angenehm. Umgebungen, die so konditioniert sind, dass sie der Gesundheit zuträglich sind, indem sie beispielsweise im Sommer gekühlt oder im Winter beheizt werden, sind auch für Uhren gut geeignet. In solchen Umgebungen erhalten sie ihre Präzision und Abweichungen von der korrekten Zeit sind weniger wahrscheinlich. Legen Sie Ihre Uhr an einem geeigneten Ort ab, wenn Sie sie abnehmen.
Wenn Sie Ihre Uhr abnehmen, kann ihre Genauigkeit je nach Temperatur an dem Ort, an dem Sie sie aufbewahren, variieren.
Genauigkeit
Geht tendenziell nach
Geht tendenziell vor
* Das Obige ist nur ein Beispiel dafür, wie Uhren zum Vor- oder Nachgehen neigen. Die Abweichungstendenz der Genauigkeit ist je nach Modell und sogar von Uhr zu Uhr unterschiedlich.
[Tipp 4] Starke Magnetfelder vermeiden
Wenn eine mechanische Uhr Magnetismus ausgesetzt war, kann der Effekt des Magnetismus nachwirken und die Ganggenauigkeit beeinträchtigen, selbst wenn Sie die Uhr vom Magneten entfernen. In solchen Fällen muss die Uhr in Reparatur gegeben werden. Halten Sie Ihre Uhr immer mindestens 5 cm von allem entfernt, was ein Magnetfeld erzeugt.
Um uns herum gibt es viele Objekte, die Magnetismus ausstrahlen. Wenn Sie die Uhr in eine Handtasche legen, halten Sie sie fern von Magnetismus generierenden Objekten wie Smartphones oder Kopfhörern.
Smartphones
Handtaschenverschlüsse
Notebook-PCs
Kopfhörer
[Tipp 5] Die Uhr abnehmen, bevor Sie Sport betreiben, der das Handgelenk beansprucht
Es mag Menschen geben, die auch beim Golfen oder Tennis gerne ihre Uhr tragen, bei solchen Sportarten ist die Uhr aber heftigen Stößen ausgesetzt, die sie beschädigen oder dazu führen können, dass sie die falsche Zeit anzeigt. Weiterhin sind durch die Uhr auch Verletzungen am Handgelenk möglich. Aus diesen Gründen ist es am besten, die Uhr vor dem Sport abzunehmen.
Stöße übertragen sich über den Arm auf die inneren Komponenten der Uhr und können zu Schäden an diesen Komponenten führen.
[Tipp 6] Der Uhr eine Pause gönnen, wenn Sie sie nicht benutzen
Zur Vermeidung von Zahnradverschleiß und Schmierölmangel sollten Sie das Uhrwerk Ihrer Uhr schonen, indem
Sie die Hauptfeder nicht aufziehen, wenn Sie die Uhr nicht benutzen. Wenn Sie die Uhr für eine Weile
weglegen möchten, wischen Sie Verschmutzungen und Fettflecken von Gehäuse und Armband ab und bewahren Sie
die Uhr an einem sicheren Ort auf. Dies hilft, etwaigen Verfärbungen und einer Wertminderung der Uhr als
Ganzes vorzubeugen.
* Es wird empfohlen, die Uhr alle paar Monate abzuwischen, sie anzulegen und sich eine Weile damit zu
bewegen, um dann ihren Zustand zu überprüfen.
Ihre Uhr braucht Pflege, auch wenn Sie sie nicht benutzen.
[Tipp 7] Die Uhr regelmäßig warten lassen
Wie Menschen brauchen auch Uhren einen von Zeit zu Zeit einen regulären Gesundheitscheck. Da eine aufgezogene Hauptfeder eine konstante Kraft auf die Uhrenkomponenten ausübt, nutzen diese allmählich ab, wodurch das Schmieröl, das für einen reibungslosen Lauf der Zahnräder sorgt, verunreinigt und zersetzt wird. In der Folge kann die Uhr Probleme wie nachlassende Ganggenauigkeit, kürzere Dauerlaufzeiten und eine schwerer aufzuziehende Hauptfeder entwickeln. Um solche Defekte zu vermeiden, wird empfohlen, die Uhr regelmäßig überholen zu lassen, damit die Komponenten überprüft und mit frischem Schmiermittel versehen werden.
Wenn Sie täglich dieselbe mechanische Uhr tragen, empfehlen wir, sie alle 2–3 Jahre warten zu lassen.
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